Science Fiction in a Reality Check

Mai bis Juli 2016
Mit dem Format »Science Fiction in a Reality Check« wollten wir Forscherinnen und Forscher dazu anregen, Aspekte ihrer Forschung, die in der Popkultur auftauchen, aufzugreifen und mit dem Publikum zu diskutieren. Filmvorführungen aus dem Bereich Science-Fiction haben wir in diesem Projekt mit Vorträgen von Wissenschaftlern verbunden.

Wie viel »Science« steckt eigentlich in Science-Fiction? Neurotechnologie, Robotik und künstliche Intelligenz: Wir haben Schüler und Studierende eingeladen, Filme und Serien zu diesen Themen anzuschauen und mit Wissenschaftlern zu diskutieren. Fünf Forscher aus dem Exzellenzcluster BrainLinks-BrainTools der Universität Freiburg stellten sich der Herausforderung. Im Cluster werden technische Schnittstellen zum Gehirn entwickelt, um Menschen mit neurologischen Erkrankungen zu helfen. Die Wissenschaftler arbeiten dazu auch an Robotern und lernenden Algorithmen. Die Forschung an diesen Technologien weckt Hoffnungen, aber auch Ängste. Science-Fiction spricht diese Bedenken und Träume offen an. An diesen fünf Terminen besprachen wir gemeinsam sowohl wissenschaftliche als auch ethische Fragen, die diese Filme aufwerfen.

Kooperationspartner
Kommunales Kino Freiburg, aka-Filmclub e.V., Bernstein Center Freiburg
Zielgruppe
Die Filmreihe richtete sich insbesondere an Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren, aber auch an alle anderen Interessierten.

Eine Filmreihe
über Neurotechnologie,
Robotik und
Künstliche Intelligenz

Ein Roboter mit Bewusstsein, manipulierte Erinnerungen oder mit dem Gehirn ferngesteuerte Avatare: Diese Ideen aus Science-Fiction-Filmen erscheinen mit dem heutigen technologischen Fortschritt in Reichweite. Wie aber sehen das Forscher, die an Robotern, Neurotechnologien und Künstlicher Intelligenz arbeiten? Welche Entwicklungen stehen uns bevor, welche sind völlig unwahrscheinlich und welche überhaupt gewünscht? Science-Fiction-Filme enthalten oft Technologien, die sich von Visionen aus der Technik bedienen. Sei es Jules Verne, Isaac Asimov oder Georges Lucas – alle bedienen sich der heutigen Wissenschaft als Quelle für ihre Visionen von der Technologie der Zukunft. So kommen Geschichten über Atom-U-Boote, Schwarm-Roboter oder prothetische Körper zustande.

Diese Filme beleuchten dabei die Grenzen des ethisch Vertretbaren und zeigen oft mögliche negative Folgen von Technologie-Visionen auf. Sie wecken aber auch überhöhte Hoffnung auf das, was in Zukunft möglich sein wird. Wie aber stehen Wissenschaftler, die selbst an solchen Technologien wie Robotern oder Prothesen forschen, zu solchen Visionen? Fünf Wissenschaftler aus dem Exzellenzcluster BrainLinks-BrainTools der Universität Freiburg stellten sich diesen Fragen und denen des Publikums: An fünf Terminen im Mai, Juni und Juli 2016 konnten Zuschauerinnen und Zuschauer vier Filme sowie eine Folge aus einer Serie sehen und gemeinsam mit Experten diskutieren. Im Anschluss ermöglichten Diskussionsgruppen, die sich besonders an ältere Schülerinnen und Schüler richteten, einzelne Themen zu vertiefen. Die Vorführungen fanden im Kommunalen Kino und im Rahmen des aka-Filmclubs Freiburg statt. Wieder aufgegriffen wurde das Format während des Science+Fiction Festivals in Basel 2017. Dort stellte Prof. Dr. Wolfram Burgard von BrainLinks-BrainTools seine Ideen zum Film »Robot and Frank« vor, in dem es um einen Pflegeroboter geht, den die Hauptfigur dazu überredet, mit ihm einen Überfall zu planen.

03.05.2016
Transcendence mit Prof. Dr. Oliver Müller (Philosophie)
Film mit Diskussion
USA, 2014, OmU, Regie: Wally Pfister, 119 min
Kommunales Kino Freiburg
In diesem Film von 2014 entwickelt ein Wissenschaftler einen fortgeschrittenen Quantencomputer, der eine Art Singularität oder »Transzendenz« aufzeigt. Bei einem terroristischen Anschlag wird er tödlich verwundet, schafft es aber, seinen Geist rechtzeitig in seinen Computer hochzuladen. Für seine Frau wird der allmächtige Quantencomputer schnell zu einer Bedrohung. Mit Prof. Dr. Oliver Müller diskutierten wir die Implikationen und die Aktualität dieser Vorstellungen. Wie realistisch ist dieser transhumanistische Traum von Unsterblichkeit durch Technik und wie lässt er sich gesellschaftlich einordnen?
10.05.2016
Ex Machina mit Prof. Dr. Wolfram Burgard (Robotik und Künstliche Intelligenz)
Film und Diskussion
UK, 2014, OmU, Regie: Alex Garland, 108 min
Aka-Filmclub, KGII Hörsaal 2006, 19-22 Uhr
In dem oscarprämierten Sci-Fi-Kammerspiel von 2015 testet ein Softwareentwickler einen verführerischen weiblichen Roboter auf seine Menschenähnlichkeit und gerät dadurch zwischen ihn und seinen Erfinder. Prof. Dr. Wolfram Burgard erklärte, wie wahrscheinlich die Entwicklung eines solchen Androiden ist. Er erläuterte den realen Stand der Robotertechnik und das Problem mit dem populären Begriff der Künstlichen Intelligenz.
31.05.2016
Vergiss mein nicht! (The Eternal Sunshine of the Spotless Mind)
mit Dr. Philipp Kellmeyer (Neurochirurgie/Klinische Forschung)
Film mit Diskussion
USA, 2004, OmU, Regie: Michel Gondry, 104 min
Kommunales Kino
Was ist eine Erinnerung? Wie wertvoll ist sie und kann sie gezielt verändert werden? Dieser Film von 2004 spielt innerhalb einer ergreifend verstrickten Liebesgeschichte mit der Möglichkeit, Gedankeninhalte mit Hilfe von Neurotechnologien zu manipulieren. Ob sich Erinnerungsinhalte heute oder in Zukunft verändern lassen, erklärte Dr. Philipp Kellmeyer.
14.6.2015
Surrogates mit Prof. Dr. Ulrich Hofmann (Neurotechnologie)
Film mit Diskussion
USA, 2009, OmU, Regie: Jonathan Mostow, 88 min Kommunales Kino
Bruce Willis bleibt zu Hause und lässt einen Roboter, den er mit seinen Gedanken steuert, die Action erledigen. Der Film von 2009 mit dem unwahrscheinlichen Plot malt eine Zukunft, in der Menschen zum Schutz nur noch als »Surrogates« auf die Straße gehen. Dies geht natürlich schief und Bruce Willis rettet die Welt. Im Zeitalter von ferngesteuerten Drohnen folgt diese Technologie jedoch einer vertrauten Logik. Mit Prof. Dr. Ulrich Hofmann diskutierten wir, ob die Technologie der Virtuellen Realität und vor allem des Brain-Machine-Interfacing uns in die im Film dargestellte Welt bringen könnte: Wo beginnt Immersion und wie weit geht sie? Wo sind die Grenzen, die uns die Technologie aufzwingt, und können wir sie umgehen? Lohnt es sich, in diese Richtung zu forschen? Letztendlich stellten wir uns gemeinsam der Frage: Wünschen wir uns eine solche Welt?
12.07.2016
Black Mirror: White Christmas mit Prof. Dr. Stefan Rotter (Computational Neuroscience)
Serien-Highlight mit Diskussion
UK, 2014, OmU, Regie: Carl Tibbets
in Kooperation mit dem Bernstein Center Freiburg,
Werkstatt des Bernstein Center Freiburg
In sozialen Netzwerken lassen sich unliebsame Kommentare relativ schnell aus dem eigenen Newsfeed entfernen. Doch was wäre, wenn wir auf diese Weise gezielt Menschen aus unserer eigenen Wahrnehmung verbannen könnten? Die britische Serie »Black Mirror« überspitzt den Alltag unserer Computernutzung, verlegt ihn in die Zukunft und hält dem Zuschauer auf diese Weise den sprichwörtlichen Spiegel vor. In der Episode »White Christmas« ist es möglich, die eigene Wahrnehmung per Neuro-Implantat mit anderen zu teilen. Unliebsame Zeitgenossen werden kurzerhand geblockt. Der Zugriff auch auf andere Teile des Gehirns erlaubt es, Software-Kopien einer Person nach demselben Prinzip anzufertigen. Doch wie weit ist die Zukunftsvision der Serie von der Realität entfernt? Dieser Frage sind wir an diesem Abend gemeinsam mit Prof. Dr. Stefan Rotter vom Bernstein Center Freiburg auf den Grund gegangen.

Wie Sie einen Science Fiction in a Reality Check selbst gestalten können, haben wir für Sie unter unseren Selbstversuchen zusammengefasst.

Kooperationspartner
03   Experiment