Bild und Hirn

November 2016 bis Februar 2017
Im Rahmen der Ausstellung »HERBERT MAIER. wer wir sind« fanden im Museum für Neue Kunst in Freiburg zwei öffentliche Abendveranstaltungen statt, die sich mit der Frage befassten: »Wie interpretiert das Gehirn Bilder und Gesichter?« Zwei Wissenschaftler aus den Neuro- und Computerwissenschaften stellten Forschung zu diesem Thema vor und diskutierten im Anschluss mit dem Künstler Herbert Maier und dem Publikum.

Das Ziel der Veranstaltungen war es, das Publikum der Bernstein-Werkstatt und des Museums für Neue Kunst Freiburg zusammenzuführen und Künstlern und Wissenschaftlern die Möglichkeit zu geben, sich über gemeinsame Themen auszutauschen. Die Diskussionen beider Abendveranstaltungen betrafen allgemeine ethische und soziale Fragestellungen – über die Definition von Kunst und ihre Rolle in einer Copy-and-paste-Gesellschaft bis hin dem Aufkommen künstlicher Intelligenz. Am zweiten Abend besprachen die Gäste außerdem, ob eine Software originäre Kunst produzieren kann. An diesen Abenden erhielten die Zuschauer auch die Möglichkeit, die Ausstellung zu besuchen – gemeinsam mit dem Künstler und dem jeweiligen Wissenschaftler.

Kooperationspartner
Museum für Neue Kunst Freiburg
Zielgruppe
Öffentlichkeit und Menschen, die sich für Wissenschaft, Kunst und deren Interaktion interessieren
25.11.2016
»Imaging im Kopf« – Vortrag und Diskussion im Museum für Neue Kunst, Freiburg
Vortrag mit Graphic Recording
Die Vorstellung, wie der Mensch solche Bilder wahrnimmt und wie sehr das, was er sieht, von seinem inneren Selbst beeinflusst ist, war Thema des Vortrags von Prof. Dr. Michael Bach. Spannend war im Rahmen der Ausstellung, wie sehr das eigene Vorwissen und die Erfahrungen die Vorstellung dessen prägen, wer wir sind. Hat nicht jeder eigentlich seine eigene visuelle Bibliothek im Kopf? Die Zeichnerin Ludmilla Bartscht fügte noch eine weitere Interpretationsebene hinzu und zeichnete die Veranstaltung und die Diskussion grafisch auf. In der Diskussion gingen wir auch auf die Verbindungen zwischen bildender Kunst und Neurowissenschaften weiter ein.
Graphische Notizen von Ludmilla Bartscht zum Vortrag von Michael Bach
8.2.2017
»Mit geschultem Computerauge« – Vortrag und Diskussion im Museum für Neue Kunst Freiburg
Vortrag mit Führung des Künstlers durch die Ausstellung
Nach einer Führung des Künstlers Herbert Maier durch die Ausstellung »HERBERT MAIER. wer wir sind« erklärte Dr. Joschka Bödecker vom Machine Learning Lab von BrainLinks-BrainTools in einem Vortrag, wie Computer und Roboter heutzutage sehen. Was erkennt eine Software in einem Porträt? Bei der Navigation von Robotern, selbstfahrenden Autos oder in der Sicherheitstechnologie entwickeln Forscher Algorithmen, die dazu programmiert sind, menschliche Gesichter zu entdecken, zu lesen und zu interpretieren. Menschen können Gesichter sehr präzise voneinander unterscheiden, Mimik erkennen und Blickrichtungen lesen. All diese Informationen zu verarbeiten, ist kein Kinderspiel – jedenfalls nicht für einen Computer. Und doch sind diese Mustererkennungsfähigkeiten sehr nützlich, wenn es darum geht, große Datenmengen zu filtern, zu ordnen oder zu verarbeiten, zum Beispiel, wenn ein Computer mit Menschen interagieren oder die Identität einer Person anhand eines Bildes erkennen soll. Die Technologie, die dazu entwickelt wird, orientiert sich dabei an den menschlichen Fähigkeiten und nutzt lernende Algorithmen. Im Auge des Computers werden Qualitäten, die für uns individuelle Gesichtsausdrücke und Identität ausmachen, zu Code. Gemeinsam mit Herbert Maier diskutierten wir, was diese Technologie in Zukunft für den Umgang mit Sicherheitstechnologien aber auch mit Kunst bedeuten könnte.

Weiterführende Links:

 

www.freiburg.de
»HERBERT MAIER. wer wir sind« im Museum für Neue Kunst Freiburg

 

 

Kooperationspartner
03   Experiment